#45 Solarenergie für Supermärkte - Dein Einkauf wird zum Kraftwerk
Shownotes
Der Supermarkt um die Ecke ist ein schlafender Riese: Ein mittelgroßer Markt mit rund zweitausend Quadratmetern Verkaufsfläche verschlingt vierhunderttausend bis sechshunderttausend Kilowattstunden Strom im Jahr – so viel wie einhundertfünfzig Einfamilienhäuser. Der größte Stromfresser ist die Kältetechnik, die rund um die Uhr läuft. Und genau hier passiert das Faszinierende: Die Sonne scheint exakt dann, wenn der Markt am meisten Energie braucht. Erzeugungskurve und Verbrauchskurve passen aufeinander wie Topf und Deckel.
In dieser Folge nimmt dich Maik Marx mit aufs Dach und in die Kühltheke. Du erfährst, warum die riesigen, flachen Supermarktdächer die ideale Spielwiese für Anlagen mit zweihundert, dreihundert oder mehr Kilowatt-Peak sind, wie die gekühlte Ware sogar als thermischer Speicher dient und wie aus dem Stromfresser ein Energie-Hub mit E-Ladesäulen auf dem Kundenparkplatz wird. Das konkrete Rechenbeispiel: Ein Markt mit fünfhunderttausend Kilowattstunden Jahresverbrauch bekommt für rund zweihunderttausend Euro eine 200-kWp-Anlage, die jährlich etwa einhundertachtzigtausend Kilowattstunden erzeugt. Bei achtzig bis neunzig Prozent Eigenverbrauch und dreißig Cent Strompreis spart das allein fünfundvierzigtausend Euro im Jahr – die Anlage ist nach vier bis fünf Jahren bezahlt und liefert danach zwanzig Jahre fast kostenlosen Strom.
Natürlich gilt: Jedes Gewerbeprojekt braucht eine seriöse fachliche Analyse, und nicht jedes Dach trägt jede Last. Wer die hohe Investition scheut, muss aber gar nicht selbst bauen: Mit dem Pacht- beziehungsweise PPA-Modell von Solarsorglos stellst du nur dein Dach zur Verfügung, ein Partner plant, baut und betreibt die Anlage, und du sicherst dir einen günstigen, festen Strompreis – ganz ohne eigenes Kapital. Hör rein und finde heraus, wie dein Unternehmen vom reinen Warenverkäufer zum Energiedienstleister wird.
Alle Infos, Bilder und weiterführenden Links zu dieser Folge findest du auf https://solarsorglos.de/podcast-45.
Transkript anzeigen
00:00:00: Grüß euch, liebe Sonnenanbeter und Schnäppchenjäger, und willkommen zu einer neuen Folge des Solarsorglos-Podcasts.
00:00:06: Heute gehen wir einkaufen – aber nicht nach Milch und Brot, sondern nach Energie.
00:00:12: Wir leuchten in die Gänge und auf die Dächer unserer Supermärkte und entdecken, wie diese Orte zu Kraftwerken der Zukunft werden.
00:00:19: Es geht um Solarenergie für Supermärkte.
00:00:23: Ich freue mich, dass unser Chef-Stratege Maik Marx wieder mit im Einkaufswagen sitzt.
00:00:27: Grüß dich Solaria, grüß euch alle da draußen.
00:00:30: Ja, das Bild passt perfekt.
00:00:33: Denn Supermärkte sind nicht nur Orte des Konsums, sie sind gigantische Energieverbraucher.
00:00:40: Und genau deshalb sind sie auch einer der spannendsten und wirtschaftlichsten Orte für die Energiewende.
00:00:47: Wir reden hier über einen schlafenden Riesen, der gerade erwacht und das Potenzial hat, die Energieversorgung unserer Städte mitzugestalten.
00:00:57: Schlafender Riese, das gefällt mir.
00:00:58: Die meisten von uns rennen ja nur schnell durch die Gänge.
00:01:02: Mach uns doch mal bewusst, wo in so einem Supermarkt die ganze Energie eigentlich hinfließt.
00:01:06: Gerne.
00:01:07: Ein Supermarkt ist eine Energiesenke, die man sich kaum vorstellen kann.
00:01:12: Der mit Abstand größte Fresser ist die Kältetechnik.
00:01:16: Hunderte Meter an Kühl- und Tiefkühltheken müssen rund um die Uhr auf exakter Temperatur gehalten werden.
00:01:23: Das ist eine enorme, konstante Last.
00:01:26: Dann haben wir die Beleuchtung.
00:01:28: Tausende Quadratmeter Verkaufsfläche, die von morgens bis abends hell erleuchtet sein müssen.
00:01:34: Dazu kommen die Backöfen in den Vorkassenzonen, die Klimaanlagen im Sommer, die Kassensysteme, die automatischen Türen.
00:01:45: Ein mittelgroßer Supermarkt mit etwa zweitausend Quadratmetern Verkaufsfläche hat locker einen Jahresstromverbrauch von vierhunderttausend bis sechshunderttausend Kilowattstunden.
00:01:57: Das ist so viel wie einhundertfünfzig Einfamilienhäuser.
00:02:02: Sechshunderttausend Kilowattstunden!
00:02:03: Das sind ja Stromkosten von weit über hundertfünfzigtausend Euro im Jahr.
00:02:09: Das muss für jeden Marktleiter ein riesiger Posten in der Bilanz sein.
00:02:13: Warum ist gerade hier die Solarenergie die perfekte Antwort?
00:02:17: Weil wir hier eine fast schon magische Übereinstimmung haben.
00:02:20: Denk mal drüber nach: Wann ist der Stromverbrauch im Supermarkt am höchsten?
00:02:25: Tagsüber, wenn die Türen offen sind, das Licht brennt und die Kunden die Türen der Kühltheken öffnen.
00:02:32: Und wann scheint die Sonne?
00:02:34: Tagsüber.
00:02:36: Die Erzeugungskurve einer Solaranlage und die Verbrauchskurve eines Supermarktes passen aufeinander wie Topf und Deckel.
00:02:44: Dazu kommt, dass die Dächer von Supermärkten meist riesig, flach und unverschattet sind – die ideale Spielwiese für eine große, hocheffiziente Solaranlage.
00:02:54: Man kann hier problemlos Anlagen mit zweihundert, dreihundert oder mehr Kilowatt-Peak installieren und einen riesigen Teil des verbrauchten Stroms direkt vom eigenen Dach ernten.
00:03:05: Du sprichst von einer magischen Übereinstimmung.
00:03:07: Gibt es da noch eine weitere Synergie, vielleicht bei der Kühlung?
00:03:10: Ja, und das ist der zweite, geniale Aspekt.
00:03:14: Wann müssen die Kühlaggregate am meisten arbeiten?
00:03:17: An den heißesten Tagen im Hochsommer, wenn die Sonne vom Himmel brennt.
00:03:22: Und wann liefert die Solaranlage den absolut höchsten Ertrag?
00:03:26: Genau an diesen Tagen.
00:03:29: Das System reguliert sich quasi von selbst.
00:03:32: Die größte Last trifft auf die größte Erzeugung.
00:03:35: Ein intelligentes Energiemanagementsystem kann das noch weiter optimieren.
00:03:40: Es kann die Kühlkette anweisen, die Temperatur in den Theken bei hohem Solarüberschuss um ein halbes Grad weiter abzusenken.
00:03:48: Die gekühlte Ware wirkt dann wie ein thermischer Speicher.
00:03:52: Wenn dann eine Wolke kommt, müssen die Aggregate nicht sofort wieder anspringen.
00:03:57: Das ist eine unglaublich elegante und effiziente Art, den Eigenverbrauch zu maximieren.
00:04:03: Okay, der Strom für den Markt selbst ist das eine.
00:04:07: Aber diese riesigen Dächer produzieren an sonnigen Tagen doch sicher mehr Strom, als der Markt in dem Moment braucht.
00:04:14: Was passiert mit dem Überschuss?
00:04:16: Hier beginnt der Supermarkt, vom reinen Energieverbraucher zum aktiven Energie-Hub zu werden.
00:04:22: Die naheliegendste und profitabelste Anwendung für den Überschuss sind E-Ladesäulen auf dem Kundenparkplatz.
00:04:29: Stell dir vor, du bietest deinen Kunden an, ihr E-Auto während des Einkaufs zu laden – und das mit sauberem Solarstrom vom Dach.
00:04:37: Das ist heute ein unglaublich starker Anreiz, um Kunden zu gewinnen und zu binden.
00:04:43: Man kann den Strom verschenken und es als Marketing-Instrument sehen, oder man verkauft ihn und schafft sich eine komplett neue Einnahmequelle.
00:04:53: Viele große Ketten bauen das gerade massiv aus.
00:04:57: Das ist die Zukunft des Einkaufens.
00:05:00: Du fährst nicht mehr nur zum Einkaufen, du fährst zum Energie tanken.
00:05:04: Das verändert das Geschäftsmodell eines Supermarktes ja komplett.
00:05:08: Vom reinen Warenverkäufer zum Energiedienstleister.
00:05:11: Gibt es noch andere Anwendungen für den Überschuss?
00:05:14: Ja, die eigene Lieferflotte.
00:05:16: Viele Supermärkte haben Lieferdienste mit kleinen elektrischen Transportern.
00:05:21: Diese können tagsüber, wenn die Sonne scheint und die Fahrzeuge vielleicht gerade nicht unterwegs sind, mit dem eigenen Solarstrom geladen werden.
00:05:32: Das senkt die Betriebskosten der Flotte drastisch.
00:05:36: Und natürlich kann der überschüssige Strom auch in einem großen Batteriespeicher zwischengelagert werden, um die teuren Lastspitzen am frühen Abend abzufangen, wenn das Licht noch brennt, die Solaranlage aber schon weniger produziert.
00:05:52: Die Möglichkeiten sind riesig.
00:05:54: Lass uns das mal in Euro und Cent fassen.
00:05:57: Du weißt, ich liebe deine Rechenbeispiele.
00:06:00: Was kostet so eine Anlage für einen Supermarkt und wann rechnet sie sich?
00:06:04: Nehmen wir unseren Beispiel-Supermarkt mit fünfhunderttausend Kilowattstunden Jahresverbrauch.
00:06:10: Auf sein Dach passt locker eine zweihundert Kilowatt-Peak-Anlage.
00:06:15: Die Investition dafür liegt bei etwa zweihunderttausend Euro.
00:06:19: Diese Anlage erzeugt rund einhundertachtzigtausend Kilowattstunden pro Jahr.
00:06:25: Davon kann der Supermarkt aufgrund des perfekten Lastprofils locker achtzig bis neunzig Prozent direkt selbst verbrauchen.
00:06:33: Sagen wir mal einhundertfünfzigtausend Kilowattstunden.
00:06:37: Bei einem Strompreis von dreißig Cent spart der Markt allein dadurch fünfundvierzigtausend Euro pro Jahr.
00:06:45: Dazu kommt die Vergütung für den eingespeisten Strom.
00:06:49: Die Amortisationszeit liegt hier oft bei nur vier bis fünf Jahren.
00:06:54: Nach diesen fünf Jahren produziert die Anlage für mindestens zwanzig weitere Jahre fast kostenlosen Strom.
00:07:01: Das ist ein unschlagbarer Business Case.
00:07:04: Es ist fast schon fahrlässig, es nicht zu tun.
00:07:08: Das ist wirklich beeindruckend.
00:07:10: Und wie in der letzten Folge besprochen, wenn ein Unternehmen die Investition scheut, könnte es das Dach auch einfach für ein PPA-Modell zur Verfügung stellen, richtig?
00:07:19: Genau.
00:07:20: Eine Supermarktkette mit hunderten Filialen muss nicht hunderte Anlagen selbst bauen und betreiben.
00:07:26: Sie kann einen Partner wie uns von Solarsorglos ins Boot holen.
00:07:30: Wir analysieren alle Standorte, planen die optimalen Anlagen und finden einen Investor, der die Anlagen baut und betreibt.
00:07:39: Die Supermarktkette schließt dann einen langfristigen PPA ab und sichert sich für alle ihre Filialen einen günstigen, festen Strompreis, ohne selbst investieren zu müssen.
00:07:51: Das ist ein extrem schlankes und intelligentes Modell, das wir gerade für viele Gewerbekunden umsetzen.
00:07:58: Es geht also nicht nur um den einzelnen Markt, sondern um ganze Unternehmensstrategien.
00:08:03: Welchen Stellenwert hat denn das Thema Nachhaltigkeit für die Kunden, die am Ende dort einkaufen?
00:08:08: Einen riesigen, und er wächst jeden Tag.
00:08:11: Die Kunden von heute sind aufgeklärt.
00:08:13: Sie wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen, aber auch, wie das Unternehmen wirtschaftet, bei dem sie ihr Geld ausgeben.
00:08:22: Ein Supermarkt, der sein Dach mit Solarmodulen belegt und E-Ladesäulen anbietet, sendet eine klare und unmissverständliche Botschaft: Wir übernehmen Verantwortung.
00:08:34: Wir denken an morgen.
00:08:36: Das schafft eine positive emotionale Bindung, die weit über den reinen Preiswettbewerb hinausgeht.
00:08:43: Es ist ein starkes Differenzierungsmerkmal und ein echter Wettbewerbsvorteil.
00:08:48: Das ist ein wunderbarer Gedanke.
00:08:50: Der wöchentliche Einkauf wird so zu einem kleinen Beitrag zur Energiewende.
00:08:54: Vielen Dank, Maik, für diesen umfassenden Einblick in die solare Welt der Supermärkte.
00:08:59: Sehr gerne, Solaria.
00:09:01: Es zeigt perfekt, wie Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen können, wenn man es intelligent angeht.
00:09:08: Bevor wir für heute den Deckel draufmachen, werfen wir noch einen kurzen Blick voraus.
00:09:13: In unserer nächsten Folge, Nummer sechsundvierzig, heben wir ab.
00:09:18: Es geht um das faszinierende und kontroverse Thema "Solarenergie und Elektroflugzeuge".
00:09:24: Wir hoffen, du bist auch dann wieder neugierig.
00:09:27: Bis dahin, hab eine gute Zeit und kauf bewusst ein.
00:09:30: Mach's gut und bis bald!
00:09:32: Die in diesem Podcast geteilten Informationen dienen deiner allgemeinen Information über Solarenergie für Supermärkte.
00:09:38: Sie stellen keine Energie-, Finanz- oder Unternehmensberatung dar.
00:09:43: Die Planung und Umsetzung solcher Gewerbeprojekte erfordert eine detaillierte fachliche Analyse.
00:09:48: Für eine auf dein Unternehmen zugeschnittene Planung wende dich bitte an qualifizierte Fachplaner und Installateure.
00:09:54: Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
Neuer Kommentar