#52 Bifaziale Module - Sonne von beiden Seiten
Shownotes
🤖 KI-Hinweis (EU AI Act, Art. 50): Diese Folge wurde vollständig automatisiert mit Künstlicher Intelligenz erstellt. Stimme, Text und Bildmaterial sind KI-generiert und wurden nicht redaktionell geprüft. Keine Rechts-, Steuer- oder Versicherungsberatung. Verantwortlich: Maik Marx, Montageteam Marx, Plauener Str. 19, 13055 Berlin.
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00:00:02: Was, wenn dein Solarmodul nicht nur die Sonne von oben einfängt, sondern gleichzeitig auch das Licht, das vom Boden zurückstrahlt?
00:00:09: Zwei Seiten, die zur selben Zeit Strom ernten – aus einem einzigen Modul, auf derselben Fläche.
00:00:16: Klingt das nach einem Taschenspielertrick?
00:00:21: Es ist längst Standard in modernen Solarparks, und der zusätzliche Ertrag kann gewaltig sein.
00:00:26: Heute drehen wir das Solarmodul einmal um und schauen, was auf seiner oft vergessenen Rückseite passiert.
00:00:32: Herzlich willkommen beim Solarsorglos-Podcast, hier ist eure Solaria.
00:00:38: Heute geht es um bifaziale Module – also Module, die das Sonnenlicht auf beiden Seiten gleichzeitig nutzen.
00:00:45: Du erfährst, wie das funktioniert, warum der Untergrund plötzlich eine riesige Rolle spielt, wo sich diese Module besonders lohnen und wo eher nicht.
00:00:54: Und natürlich ist unser Experte Maik Marx wieder dabei.
00:00:57: Maik, schön, dass du da bist!
00:01:00: Hallo Solaria, hallo an alle da draußen.
00:01:03: Ja, das ist ein Thema, bei dem viele staunen, weil es so naheliegend und doch so clever ist.
00:01:10: Die meisten Menschen denken bei einem Solarmodul nur an die schöne dunkle Oberseite.
00:01:16: Dass die Rückseite ebenfalls Strom liefern kann, ist für viele eine echte Überraschung.
00:01:22: Und dabei steckt darin ein richtig großer Hebel für mehr Ertrag, fast geschenkt.
00:01:28: Dann klär uns auf.
00:01:29: Was genau ist ein bifaziales Modul, und wie unterscheidet es sich von einem normalen?
00:01:34: Ein normales Modul, wie wir es lange kannten, hat auf der Rückseite eine undurchsichtige Kunststofffolie.
00:01:42: Die Rückseite ist also blind, da passiert nichts.
00:01:46: Ein bifaziales Modul dagegen ist auf beiden Seiten lichtempfindlich.
00:01:51: Statt der Folie hat es hinten ebenfalls Glas oder eine durchsichtige Schicht, sodass auch von der Rückseite Licht auf die Solarzellen treffen kann.
00:02:00: Das Wort bifazial heißt nichts anderes als zweiseitig oder zweigesichtig.
00:02:07: Das Modul erntet also vorne das direkte Sonnenlicht und hinten zusätzlich das Licht, das von unten kommt.
00:02:15: Aber von unten kommt doch kein direktes Sonnenlicht.
00:02:18: Woher nimmt die Rückseite dann ihren Strom?
00:02:21: Das ist genau der Kern, und hier kommt ein schönes Wort ins Spiel: Albedo.
00:02:27: Albedo beschreibt, wie stark eine Oberfläche das Licht zurückwirft.
00:02:31: Die Sonne scheint auf den Boden unter und neben dem Modul, und dieser Boden reflektiert einen Teil des Lichts wieder nach oben.
00:02:40: Genau dieses reflektierte Licht fängt die Rückseite des Moduls ein.
00:02:45: Das heißt: Je heller und reflektierender der Untergrund ist, desto mehr Licht strahlt zurück und desto mehr zusätzlichen Strom erntet die Rückseite.
00:02:55: Der Boden wird so zum stillen Mitarbeiter deiner Anlage.
00:02:59: Das heißt, der Untergrund entscheidet plötzlich mit über meinen Ertrag?
00:03:03: Ganz genau, und das ist das Faszinierende an dieser Technik.
00:03:07: Über einer dunklen, lichtschluckenden Fläche bringt die Rückseite wenig.
00:03:12: Aber über einem hellen Untergrund wird es richtig spannend.
00:03:16: Heller Kies, weißer Schotter, ein helles Flachdach, heller Sand oder Beton reflektieren viel Licht nach oben.
00:03:25: Der absolute Spitzenreiter ist übrigens Schnee – eine frische Schneedecke wirft fast das gesamte Licht zurück.
00:03:33: Deshalb liefern bifaziale Module gerade im Winter über Schnee erstaunlich gute Erträge, ausgerechnet dann, wenn andere Anlagen schwächeln.
00:03:43: Und wie viel Mehrertrag bringt das in der Praxis tatsächlich?
00:03:46: Das hängt stark vom Untergrund und vom Aufbau ab, aber die Bandbreite ist beeindruckend.
00:03:51: Über einem normalen Untergrund reden wir oft über fünf bis zehn Prozent Mehrertrag.
00:03:57: Über sehr hellen Flächen oder mit optimaler Aufständerung können es aber auch fünfzehn, zwanzig oder in Ausnahmefällen sogar fünfundzwanzig Prozent mehr sein.
00:04:09: Stell dir vor: ein Fünftel mehr Strom aus derselben Anzahl Module, nur weil sie hinten auch noch arbeiten.
00:04:17: Das ist ein gewaltiger Hebel, der die Wirtschaftlichkeit einer Anlage spürbar verbessern kann.
00:04:23: Das klingt fantastisch.
00:04:25: Aber jetzt die ehrliche Frage – funktioniert das überall gleich gut?
00:04:28: Nein, und da muss ich klar differenzieren, denn das ist wichtig.
00:04:32: Bifaziale Module spielen ihre Stärke nur aus, wenn auch genug Licht an die Rückseite kommt.
00:04:39: Auf einem normalen Schrägdach, wo das Modul flach und dicht auf den dunklen Ziegeln aufliegt, kommt hinten kaum Licht hin – da bringt die Rückseite fast nichts.
00:04:51: Der Mehrertrag entsteht erst, wenn das Modul frei steht und Abstand zum hellen Boden hat.
00:04:58: Deshalb ist die Technik nicht für jedes Dach die richtige Wahl.
00:05:03: Man muss ehrlich schauen, ob die Voraussetzungen passen, sonst zahlt man für eine Rückseite, die im Dunkeln liegt.
00:05:10: Wo lohnt es sich denn dann besonders?
00:05:12: Vor allem in drei Situationen.
00:05:14: Erstens: bei großen Freiflächenanlagen, wo die Module aufgeständert über hellem Boden stehen – das ist der klassische Einsatzort und der Grund, warum in modernen Solarparks fast nur noch bifazial gebaut wird.
00:05:29: Zweitens: auf Flachdächern, wenn die Module aufgeständert sind und das Dach hell ist – eine helle Dachfolie kann den Ertrag richtig pushen.
00:05:38: Und drittens: bei Solar-Carports, Überdachungen und Zäunen, wo unter und hinter dem Modul Platz und Licht ist.
00:05:48: Überall dort, wo das Modul frei steht, ist bifazial heute oft die erste Wahl.
00:05:54: Du hast Zäune erwähnt.
00:05:55: Es gibt also auch senkrechte Anwendungen?
00:05:57: Ja, und das ist eine besonders elegante Idee.
00:06:01: Man kann bifaziale Module senkrecht aufstellen, zum Beispiel als Solarzaun, ausgerichtet nach Osten und Westen.
00:06:09: Dann erntet die eine Seite morgens und die andere Seite abends die Sonne.
00:06:13: Das verteilt den Ertrag schön über den Tag und liefert Strom genau dann, wenn der Verbrauch hoch ist – morgens und abends.
00:06:22: Solche vertikalen bifazialen Anlagen sieht man immer öfter an Feldrändern, entlang von Wegen oder als Abgrenzung auf Gewerbeflächen.
00:06:32: Sie nehmen kaum Platz weg und nutzen eine Fläche, die sonst brachliegt.
00:06:37: Aber das ist fast schon ein eigenes Thema, dem wir uns später noch widmen.
00:06:41: Passt diese Technik eigentlich gut zu den besonderen Anwendungen, über die wir schon gesprochen haben – etwa Landwirtschaft oder Wasser?
00:06:48: Hervorragend sogar, und das zeigt, wie vielseitig sie ist.
00:06:53: Bei der Agri-Photovoltaik, wo Module hoch aufgeständert über den Feldern stehen, ist von hinten jede Menge Licht da – ideal für bifaziale Module.
00:07:04: Bei senkrechten Anlagen auf dem Acker erntet die eine Seite morgens, die andere abends, und dazwischen wächst die Frucht.
00:07:12: Und auch über hellen Flächen wie Sand oder über reflektierendem Wasser können sie zusätzlich profitieren.
00:07:19: Überall dort, wo die Module frei stehen und Licht von allen Seiten kommt, spielt die bifaziale Technik ihre Stärke aus.
00:07:28: Sie ist sozusagen der ideale Partner für all diese modernen Freiflächen-Ideen.
00:07:33: Gibt es neben dem Mehrertrag noch weitere Vorteile bei diesen Modulen?
00:07:37: Ja, einen sehr wichtigen: die Haltbarkeit.
00:07:41: Bifaziale Module sind meistens als sogenannte Glas-Glas-Module gebaut – also mit Glas auf der Vorder- und auf der Rückseite, statt mit einer empfindlichen Kunststofffolie hinten.
00:07:53: Diese Bauweise ist deutlich robuster und langlebiger.
00:07:57: Glas altert kaum, ist unempfindlich gegen Feuchtigkeit und schützt die Zellen besser.
00:08:03: Deshalb geben viele Hersteller auf solche Module besonders lange Garantien, oft dreißig Jahre.
00:08:10: Du bekommst also nicht nur mehr Ertrag, sondern oft auch ein langlebigeres, wertstabileres Modul.
00:08:16: Das ist ein doppelter Gewinn.
00:08:18: Sind bifaziale Module heute schon weit verbreitet, oder noch die Ausnahme?
00:08:22: Sie sind längst keine Ausnahme mehr, im Gegenteil.
00:08:26: Bei großen Solarparks und Freiflächenanlagen sind bifaziale Module heute praktisch der Standard – kaum ein großer Investor baut noch anders, weil der Mehrertrag einfach überzeugt.
00:08:38: Auch im Gewerbebereich und auf Flachdächern setzen sie sich immer stärker durch.
00:08:44: Vor wenigen Jahren waren sie noch ein Nischenprodukt mit deutlichem Aufpreis, heute sind sie Massenware.
00:08:52: Diese Entwicklung ist ein gutes Zeichen: Wenn eine Technik sich im harten Wettbewerb der großen Projekte durchsetzt, wo jeder Cent zählt, dann weißt du, dass sie sich wirklich rechnet.
00:09:04: Und was ist mit den Kosten?
00:09:06: So ein doppelseitiges Glas-Modul klingt teurer.
00:09:09: Es ist tatsächlich etwas teurer in der Anschaffung als ein einfaches Standardmodul, das ist richtig.
00:09:15: Aber der Aufpreis ist in den letzten Jahren stark geschrumpft, weil bifaziale Module inzwischen in riesigen Stückzahlen produziert werden.
00:09:24: Und entscheidend ist die Gesamtrechnung: Wenn die Module über die Jahre fünfzehn oder zwanzig Prozent mehr Strom liefern und dazu noch länger halten, ist der kleine Aufpreis schnell wieder hereingeholt.
00:09:38: Man darf eben nicht nur auf den Kaufpreis pro Modul schauen, sondern auf den Ertrag und die Lebensdauer über die gesamte Laufzeit.
00:09:47: Und da stehen bifaziale Module am richtigen Ort glänzend da.
00:09:52: Gibt es eigentlich eine Kennzahl, an der ich erkenne, wie gut ein Modul beidseitig arbeitet?
00:09:57: Ja, die gibt es, und sie ist beim Kauf nützlich.
00:10:01: Man nennt sie den Bifazialitätsfaktor.
00:10:04: Er gibt an, wie viel Leistung die Rückseite im Verhältnis zur Vorderseite bringen kann.
00:10:10: Ein Wert von siebzig Prozent bedeutet zum Beispiel, dass die Rückseite unter idealen Bedingungen siebzig Prozent dessen leisten könnte, was die Vorderseite leistet.
00:10:22: Je höher dieser Faktor, desto mehr Potenzial steckt in der Rückseite.
00:10:27: Gute moderne Module liegen oft bei siebzig bis achtzig Prozent.
00:10:32: Das ist eine der Zahlen, auf die ein Fachplaner achtet, wenn er für deinen Standort das beste Modul auswählt.
00:10:40: Maik, du kennst mich – jetzt kommt mein Lieblingsmoment.
00:10:43: Rechne uns das mal an einem Beispiel vor.
00:10:44: Sehr gerne.
00:10:46: Nehmen wir einen Gewerbebetrieb mit einem großen, hellen Flachdach, der eine Anlage mit hundert Kilowatt aufständert.
00:10:54: Mit bifazialen Modulen über der hellen Dachfläche holt er, sagen wir, vorsichtig gerechnet zehn Prozent mehr Ertrag heraus als mit normalen Modulen.
00:11:05: Bei einer Anlage, die im Jahr rund hunderttausend Kilowattstunden erzeugt, sind das zehntausend Kilowattstunden zusätzlich – jedes Jahr, ohne ein einziges Modul mehr.
00:11:17: Bei einem Strompreis von dreißig Cent sind das dreitausend Euro Mehrwert pro Jahr.
00:11:23: Über zwanzig, dreißig Jahre summiert sich das zu einer richtig großen Zahl.
00:11:29: Der kleine Aufpreis für die bifazialen Module ist dagegen winzig.
00:11:34: Es ist fast geschenkter Ertrag.
00:11:36: Worauf sollte man bei der Planung achten, damit die Rückseite ihr volles Potenzial entfaltet?
00:11:41: Drei Dinge sind entscheidend.
00:11:43: Erstens die Aufständerung: Das Modul braucht genug Abstand zum Boden, damit Licht von hinten herankommt – zu flach montiert, und der Effekt verpufft.
00:11:55: Zweitens der Untergrund: Wenn möglich, eine helle Fläche schaffen oder erhalten – heller Kies oder eine helle Dachfolie wirken Wunder.
00:12:04: Und drittens die Verschattung von hinten: Man sollte vermeiden, dass die Rückseite durch andere Modulreihen oder Aufbauten verschattet wird.
00:12:14: Wenn diese drei Punkte stimmen, holt man das Maximum heraus.
00:12:19: Genau das ist die Aufgabe einer guten Planung – und der Unterschied zwischen ein bisschen und richtig viel Mehrertrag.
00:12:27: Und die Rückseite – muss man die irgendwie sauber halten?
00:12:30: In aller Regel nicht gesondert, das ist der schöne Teil.
00:12:34: Die Rückseite nimmt ja diffuses, reflektiertes Licht auf, da kommt es nicht auf jeden einzelnen Sonnenstrahl so genau an wie vorne.
00:12:44: Wichtiger ist, dass der Untergrund hell bleibt – wenn also zum Beispiel Gras hochwächst und den hellen Kies überwuchert, sinkt der Rückseitenertrag.
00:12:55: Bei Freiflächenanlagen gehört deshalb die Pflege des Untergrunds zum Konzept, manchmal lässt man sogar Schafe das Gras kurz halten.
00:13:03: Die Module selbst sind aber genauso pflegeleicht wie normale.
00:13:08: Es geht hier weniger um die Reinigung des Moduls als um die Helligkeit des Bodens darunter.
00:13:14: An wen richtet sich diese Technik also ganz konkret?
00:13:17: Vor allem an alle, die eine Freiflächenanlage, eine Flachdachanlage oder eine Überdachung planen – also an Gewerbebetriebe, Landwirte, Investoren und alle mit größeren, freien Flächen.
00:13:29: Aber auch der private Bauherr mit einem Solar-Carport oder einem geplanten Solarzaun sollte bifaziale Module auf dem Schirm haben.
00:13:39: Wir bei Solarsorglos prüfen bei jeder Anlage, ob sich die zweite Seite lohnt – und wenn ja, gestalten wir den Untergrund und die Aufständerung so, dass die Rückseite richtig was bringt.
00:13:52: Wenn die Voraussetzungen nicht passen, sagen wir das aber genauso ehrlich.
00:13:57: Es geht immer um den besten Ertrag für deine konkrete Situation.
00:14:01: Das ist ein wunderbarer Blick auf die unterschätzte Rückseite unserer Module.
00:14:06: Vielen Dank, Maik, dass du uns gezeigt hast, dass ein Modul gleich doppelt arbeiten kann.
00:14:10: Sehr gerne, Solaria.
00:14:12: Mir gefällt daran besonders, dass wir hier mehr aus derselben Fläche holen – ohne mehr Platz zu brauchen.
00:14:19: Das ist Effizienz, wie ich sie liebe.
00:14:22: Bevor wir für heute Schluss machen, noch ein kurzer Ausblick.
00:14:25: In der nächsten Folge, Nummer dreiundfünfzig, bleiben wir bei der Frage, wie man noch mehr aus der Sonne holt – diesmal mit Bewegung.
00:14:34: Es geht um Solar-Tracker, also Module, die der Sonne im Tagesverlauf aktiv folgen.
00:14:39: Wir hoffen, du bist auch dann wieder neugierig dabei.
00:14:42: Bis dahin, hab eine sonnige Zeit und schau ruhig mal, wie hell der Boden um dich herum ist.
00:14:46: Macht's gut und bis bald!
00:14:48: Die in diesem Podcast geteilten Informationen dienen deiner allgemeinen Information über bifaziale Solarmodule.
00:14:54: Sie stellen keine Energie-, Finanz- oder Unternehmensberatung dar.
00:14:59: Die Planung und Auslegung einer Solaranlage erfordert eine detaillierte fachliche Analyse durch qualifizierte Fachplaner und Installateure.
00:15:06: Alle Angaben erfolgen ohne Gewähr.
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